Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China geht in die nächste Runde. Und fordert ihr erstes DAX-Opfer. Die vom US-Präsident Trump verhängten Tarife wirken sich negativ auf den Automarkt aus – so negativ, dass Daimler am Mittwoch eine Gewinnwarnung herausgab und die erwarteten Einnahmen des laufenden Geschäftsjahrs korrigiert. Die Aktie reagierte zeitnah und ging in den Sinkflug über.

Zwischen Tarif und Dieselskandal

Laut Pressemitteilung trifft es die Mercedes-Benz Vans am härtesten. Die erwarteten Gewinne liegen nun deutlich unter Vorjahresniveau. Weiterhin sorgen die Rückrufe von Fahrzeugen durch die Spätfolgen des Dieselskandals und die verringerte Nachfrage in Lateinamerika für Verluste. Daimler ist vor allem wegen der Werke in den Staaten und der Handelskapazität nach Asien anfällig für die Strafzölle.

Es geht noch schlimmer

Der Druck, der nun auf der Automobilindustrie lastet, wirkt sich auf den DAX aus. Am Donnerstagmorgen musste der deutsche Leitindex ein Minus von 0,87 Prozent hinnehmen und fiel um knapp 110 Punkte. Momenten winkt die US-Regierung jedoch mit einem weiteren Zaunpfahl: Es könnten nämlich auch noch Strafzölle auf deutsche Autos kommen. Das würde der angeschlagenen Branche einen noch schwereren Schlag versetzen.

Eine Branche im Kreuzfeuer

Nicht nur Daimler hat es erwischt, auch Volkswagen und BMW müssen mit Verlusten an der Börse kämpfen. Volkswagen steht mit minus 2,41 Prozent bei 150,72 Euro. BMW hat einen Kurs von minus 2,09 Prozent zu verzeichnen. Die Aktie ist 81,93 Euro wert. Die Daimler-Aktie ist um 3,49 Prozent abgesackt und steht bei 58,43 Euro. Nach den Strafzöllen von amerikanischer Seite besteht auch noch die Gefahr eines chinesischen Pendants – es drohen Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte aus den USA. Auch das würde die deutschen Autohersteller treffen, in erster Linie Geländewagen. Laut der Wirtschaftswoche wären 270.000 Exportfahrzeuge betroffen, woran deutsche Hersteller einen großen Anteil haben.

Gegenwind

Je länger der Handelskonflikt anhält, umso mehr Länder schließen sich den Gegenmaßnahmen an. Zuletzt erklärten auch Indien und die Türkei ihre Absichten, ebenfalls Zölle zu erheben. Wo das Ganze hinführt, wird sich zeigen.

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