Deutsches Bier wird im Ausland immer beliebter. Die Herstellung ist dagegen rückläufig. Wir werfen einen Blick auf die Bierbranche.

Bierabsatz rückgängig

Bereits seit ein paar Jahren ist der Bierabsatz in Deutschland rückläufig. Vor allem die großflächige Schließung der Gastronomie im Jahr 2020 erschwerte den Herstellern den Verkauf. Der Ausfall des Oktoberfests beutelte im Besonderen die Münchner Brauer. Allerdings berichtet der Verband Private Brauereien Bayern e. V., dass stellenweise ein gesteigerter Flaschenbierabsatz zu beobachten sei. Dies könne jedoch den verlorenen Absatz in der Gastronomie nicht ausgleichen. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 setzten die deutschen Brauereien 110 Millionen Hektoliter ab, zehn Jahre später 98 Millionen Hektoliter. Bis 2021 sank der Absatz auf 85,3 Millionen Hektoliter Bier. In der Statistik ist alkoholfreies Bier nicht berücksichtigt – obwohl dieses gerade im Kommen ist.

Deutsches Bier außerhalb der EU beliebter

Dafür aber wird deutsches Bier in den Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) immer beliebter. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigen, dass die in Deutschland ansässigen Brauereien 2022 knapp 715,9 Millionen Liter alkoholhaltiges Bier in Nicht-EU-Staaten absetzten. Gegenüber dem Vorjahr steht zwar ein Minus von zwölf Prozent auf dem Papier, im Zehnjahresvergleich jedoch bedeutet das einen Anstieg um rund 66 Prozent. Innerhalb der EU nahm der Bierabsatz dagegen ab (minus 27 Prozent zwischen 2012 und 2022).

Mehr Brauereien

Gleichzeitig aber nimmt die Zahl der Brauereien in Deutschland stetig zu. In den vergangenen zehn Jahren wuchs sie von 1.341 (Stand 2012) auf 1.507 (2022). Auch bei dieser Entwicklung spielte die Coronavirus-Pandemie jedoch eine sich negativ auswirkende Rolle: Seit 2020 war ein leichter Rückgang des vorher positiven Trends zu beobachten. Auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise könnten laut Destatis für den jüngsten Rückgang verantwortlich sein. Die meisten Brauereien gab es 2022 in Bayern (41 Prozent), Baden-Württemberg (14 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (zehn Prozent).

Bier befindet sich auf der Liste der beliebtesten alkoholischen Getränke auf dem ersten Platz, gefolgt von Longdrinks und Wein.

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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